Der Chiphersteller Intel hat bisher viel Geld dafür ausgegeben, um seinen Kunden zu erklären, dass die Leistung eines PCs untrennbar von der jeweiligen CPU abhängig ist. Der Grafikspezialist Nvidia meldet nun jedoch erhebliche Zweifel an Intels Marketing-Weisheiten an:
»Wir wollen uns nicht mit Intel anlegen, aber endlich die Wahrheit ans Licht bringen«, erklärt Nvidia-Deutschlandchef Bernhard Gleissner gegenüber Computer Reseller News.
Intel könne nicht mehr leugnen, dass die CPU zunehmend an Bedeutung verliere.
»Ich kenne keine Anwendung, wo sich der Investitionsaufwand für einen Vierkernprozessor in Relation zur dadurch gewonnen Leistung wirklich lohnt«, meint Gleissner.
Nvidia belässt es bei seiner Attacke auf Intel nicht auf hehren Worten: Im heiß umkämpften Markt für mobile Internetgeräte habe Nvidia mit dem »Tegra«-Chip nun ein Konkurrenzprodukt zu Intels »Atom«-CPU im Portfolio, das wesentlich weniger Energie verbrauchen soll, als die Chips vom Branchenprimus Intel.
Vorläufig will sich der Grafikchiphersteller auf das Marktsegment für MIDs (Mobile Internet Devices) beschränken und zugleich seinen technologischen Vorsprung bei diskreten Grafikkarten gegenüber Intel weiter ausbauen.
»Wir sind soweit vorne, dass Intel uns niemals einholen wird und die Grafikleistung wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Frage, ob ich einen Dualcore oder Quadcore einsetze, spielt dagegen keine entscheidende Rolle mehr«, prophezeit Gleissner.
Hilfestellung, wie man als Systembuilder einen optimalen PC assemblieren kann, leistet Nvidia in Zukunft auch durch einen Online-Konfigurator, der alle von Nvidia erhältlichen GPUs in Kombination mit anderen CPUs auflistet sowie in Form von Händler-Trainings und Workshops, die demnächst in zahlreichen deutschen Großstädten stattfinden.
Intel bastelt derweil fleißig weiter an seiner Super-GPU, die auf den Codenamen »Larrabee« hört. Die ersten »Larrabee«-Grafikkarten sollen für Workstations und High End Gaming geeignet sein und von Partnern vertrieben werden.
Im Gegensatz zum Rivalen Nvidia, der seine Grafikprozessoren von Auftragsfertigern herstellen lässt, will Intel seine GPUs jedoch lieber selbst produzieren. Erste Prototypen sollen noch in 2008 zu sehen sein. Um dem Wunsch nach mehr Grafikleistung gerecht zu werden, will Intel zudem die Leistung seiner internen Grafikkomponenten massiv erhöhen:
»Wir werden die Leistung unserer integrierten Grafik in den nächsten zwei Jahren um das Zehnfache steigern«, kündigt Intel-Sprecher Martin Strobel an.
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