Okt 28 2008
Zotac Nitro – Die Fernbedienung für die Grafikkarte
Overclocking bzw. Übertakten ist “in”. Mittlerweile gibt es Reihe von Softwarelösungen, die es ermöglichen, einzelne Komponenten wie Prozessor, Speicher oder Grafikkarte zu übertakten, um die Leistung des Rechners zu steigern.
Der Grafikkartenhersteller Zotac bietet eine besondere Lösung zur Änderung der Taktfrequenzen seiner Grafikkarten an.
Das besondere an dem “Nitro” ist die Kombination aus Soft-und Hardware die es ermöglicht Taktungen von Grafikchip, Speicher und Shader-Einheiten während des Betriebs einer 3D-Anwendung zu ändern. Das ist deshalb außergewöhnlich, weil normalerweise 3D-Anwendungen beendet werden müssen, bevor man unter Windows an den Taktraten der VGA-Karten herumschrauben kann.
Bei der “Nitro”-Kontrolleinheit wird per USB auf den Rechner zugegriffen um dann per Knopfdruck die Standard-Taktfrequenzen in 5er Schritten zu verändern.
Bei Bedarf kann man beliebig viele Profile mit individuellen Werten für die Taktfrequenzen abspeichern, zwischen denen man dann per Knopfdruck hin-und her wechseln kann.
Ein integriertes VFD-Display (Vakuum-Fluoreszenz-Display) zeigt die aktuellen Taktraten und darüber hinaus die Temperatur des Grafikchips und die Umdrehungsgeschwindigkeit des Grafikkartenlüfters an.
Damit die Kontrolleinheit funktioniert, muss man zuvor die mitgelieferte Software namens “Firestorm” auf dem PC installiert werden, unterstützt werden Windows XP & Windows Vista.
Nitro arbeitet laut Hersteller nur mit Zotacs eigenen Grafikkarten mit Nvidia-Geforce-Grafikchips der Generationen “7″, “8″, “9″ und “GTX200″ zusammen. “Wir wollen uns von der Masse der anderen Hersteller abheben”, begründet Maciej Wieczorek, Assistant Marketing Manager EMEA bei Zotac, die Entscheidung, Nitro zu entwickeln. Und tatsächlich ist Zotac der einzige Grafikkartenhersteller, der solch ein Produkt im Portfolio hat. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass es Hackern gelingt, das System auch mit Nvidia-Boards anderer Hersteller zum Laufen zu bringen. Dies wäre aber nicht empfehlenswert, da in solch einem Fall sämtliche Garantieansprüche des Anwenders erlöschen würden. Zotac gewährt auf Nitro und die Grafikkarte ganze fünf Jahre Garantie. Das ist viel, da bei Übertaktungsmanövern das Risiko eines Defekts der Grafikkarte erhöht wird.
Wie stark eine Grafikkarte mit Nitro übertaktet werden kann, hängt vom Modell und von jedem einzelnen Chip ab. Egal welche Geforce-Generation man verwendet: Grundsätzlich darf man keine riesigen Leistungssprünge erwarten. Der Geschwindigkeitszuwachs bei solchen “Overclocking”-Maßnahmen in 3D-Applikationen liegt in der Regel im einstelligen Prozentbereich. Aber manchmal kommt es eben genau auf dieses Quäntchen Leistung an. Nitro soll auch mit SLI-Systemen, also der Verwendung von zwei oder mehr Grafikkarten in einem PC, funktionieren. Das System soll auch unabhängig von der verwendeten Nvidia-Treiberversion sein. Übrigens: Übertaktet man zu stark, sodass Bildfehler auftreten oder das Bild ganz verschwindet, kann man laut Hersteller einfach den Takt wieder verringern, und das Bild soll zurückkommen. In der Regel wäre in solch einem Fall auch ein Systemneustart erforderlich.
Im Display der Kontrolleinheit hat der Hersteller neben festen Anzeigen einen Punktmatrix-Bereich eingebaut. Über ihn können beliebige Informationen vom Rechner abgerufen werden, etwa RSS-Feeds, der Name einer laufenden Audiodatei oder Börsenkurse. Zotac will künftig entsprechende Plug-ins anbieten, versierte Anwender sollen diese auch selbst programmieren können.
Ein interessantes Feature von Nitro ist die Möglichkeit, eine Zotac-Grafikkarte zu untertakten und so Strom zu sparen. Dies ist dann sinnvoll, wenn man in einer 3D-Applikation nicht die volle Leistung der Grafikkarte benötigt. Wie weit man heruntertakten kann, ist bei jeder Grafikkarte verschieden und hängt von deren Mindesttakt ab, der nicht unterschritten werden kann. In der Regel ist aber eine deutliche Taktsenkung möglich.
Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für das Nitro-System beträgt 89 Euro. Auf den ersten Blick erscheint der Preis recht hoch, und man könnte sich fragen, ob PC-Spieler diesen Betrag für ein reines Zubehörprodukt ausgeben. Die Hoffnung des Herstellers liegt auf der Eitelkeit der Zielgruppe, die sich in der Tat gern mit Prestigeobjekten schmückt. Auf LAN-Partys beispielsweise ist außergewöhnliche Hardware ein Muss, viele Spieler statten ihre PCs mit individuellen Komponenten aus, um aufzufallen.
Ab sofort erhältlich bei RSM PC & Notebook Service für nur 89€.



